Aktivitäten


Der VS hat vor allem den Zweck, die kulturellen, rechtlichen, beruflichen, sozialen und tariflichen Interessen seiner Mitglieder zu fördern und zu vertreten und die internationalen Beziehungen zu pflegen. Seine Arbeit und die seiner Mitglieder trug in den vergangenen Jahrzehnten viele Früchte – auch in Baden-Württemberg.

Kanalstraße – das klingt nach Düsternis, Feuchtigkeit,  Untergrund. Nach einem Ort, an dem zweifelhafte Gestalten windige Geschäfte abwickeln. Die Stuttgarter Kanalstraße ist anders. Hier hört man das kulturelle Herz der baden-württembergischen Landeshauptstadt pochen. Staatsgalerie und Staatstheater sind um die Ecke – und in der Kanalstraße selbst steht ein Haus, das sie dem Landesidiom folgend „Häusle“ nennen, weil es zwar vier Geschosse hat, aber nur 4,58 Meter breit und kaum tiefer ist: das 1983 eröffnete und bundesweit einmalige Stuttgarter Schriftstellerhaus. 

Den Anstoß dafür gaben der Lyriker Johannes Poethen, ein VSler der ersten Stunde und zeitweiliger Landesvorsitzender, und der Architekt Johannes Wetzel. Bestärkt von der Gewissheit, dass man was tun müsse für Schriftstellerinnen und Schriftsteller, überzeugten sie Stuttgarts Oberbürgermeister Manfred Rommel, selbst schreibend, und Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Lothar Späth von ihrem Vorhaben. Das von einem eigenen Verein betriebene Häusle wurde zum Treffpunkt für Autorinnen und Autoren, Podium für Schreibwerkstätten und Lesungen – und zum Zufluchtsort für Stipendiatinnen und Stipendiaten.

Bleibendes schaffen, nicht nur auf Papier – das wollte Johannes Poethen und das wollte auch Thaddäus Troll, der erste VS-Landes- und stellvertretende Bundesvorsitzende. Mit Troll verbindet man in Land und Ländle den unschätzbar wertvollen Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg. Troll saß und zankte zudem im Rundfunkrat des Süddeutschen Rundfunks, in dessen Nachfolger beim Südwestrundfunk (SWR) VS-Schriftstellerinnen und Schriftsteller bis heute Einfluss ausüben. Der Grundsatz, mitzureden und Gesellschaft mitzugestalten sei gleichermaßen Privileg und Pflicht, hat die Jahrzehnte überlebt.

Spuren hinterließ der VS BaWü auch bei Literarischen Sommertagen an wechselnden Orten, als Mitbegründer von Stadtschreiberstellen in Rottweil und Ehningen und durch Rathauslesungen. Ein überregional bekannter und ein noch (!) nicht ganz so bekannter regionaler Autor (respektive Autorin) lesen vor dem Gemeinderat – diese Idee nahm in Stuttgart ihren Anfang und machte Schule. In Leutkirch im Allgäu führt sie der ehemalige Landes- und BundesvorsitzendeImre Török weiter. Das Verhältnis zwischen VS und OB in Stuttgart ist weiterhin gut. Jedes Jahr lädt der Oberbürgermeister die derzeit 240 VS-Mitglieder Baden-Württembergs zum Schriftstelleressen ein.

Dem aktuellen Vorstand gehören neben den Vorsitzenden Christine Lehmann und Martin von Arndt Claudia Gabler, Eva Ehrenfeld, Iris Caren von Württemberg, Nicolai Köppel und Marc Bensch an. Sie treffen sich mehrfach im Jahr – in der Stuttgarter Kanalstraße.