Montag, 10. Juni 2013

Walter Jens ist tot

Quelle: Wikipedia
Der Rhetoriker, Schriftsteller, Kritiker und Altphiloge starb am 9. Juni 2013 im Alter von neunzig Jahren in Tübingen. Walter Jens war lange Jahre Ordinarius für Rhetorik an der Eberhard Karls Universität in Tübingen, Präsident des P.E.N.-Zentrums Deutschland und Präsident der Akademie der Künste in Berlin. Er wurde 1923 in Hamburg als Sohn eines Bankdirektors und einer Lehrerin geboren.


Unter dem Pseudonym Momos verfasste Jens seit 1963 regelmäßig Fernsehkritiken für die Zeit, in der Gruppe 47 galt er als gefürchteter Kritiker bei den Vorlesungen.  Jens war Christ und Pazifist. In seinem Roman Der Fall Judas (1975) untersucht er, was aus dem Christentum geworden wäre, ohne den Verräter Judas ... nämlich nichts. 2004 erkrankte Jens an Demenz.

Wäre es denn wirklich ein Gewinn …, ein Gewinn für den Menschen, wenn er unsterblich wäre, statt — wie bald! — zu vergehen und plötzlich dahinzumüssen? Wäre es ein Gewinn für ihn: nicht in der Zeit zu sein, sondern unvergänglich wie – vielleicht – ein Stein oder ein ferner Stern? Liegt nicht gerade in der Vergänglichkeit, und vor allem, im Wissen darum, seine ihn auszeichnende unvergleichliche Kraft?“ Walter Jens (Walter Jens, Über die Vergänglichkeit. Der 90. Psalm, in: ders. Einspruch. Reden gegen Vorurteile, 1992, S. 228 (zit. nach Wikipedia)

Der VS-Baden-Württemberg trauert um einen großen Denker, einen glänzenden Analytiker und einen in seiner lichten Intellektualität einzigartigen Menschen. 

Christine Lehmann




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