Montag, 12. März 2012

Schweiz lehnt Buchpreisbindung ab


Reto Finger (wikipedia)
Die Schweizer haben es am Sonntag abgelehnt, die Buchpreisbindung in der Schweiz wieder einzuführen. Sie wurde 2007 abgeschafft.
Der AdS bedauert das in einer Stellungnahme:

Zürich, 11. März 2012 Das Nein für die Buchpreisbindung: ein Nein für das Kulturgut Buch?

Der Verband Autorinnen und Autoren der Schweiz AdS bedauert sehr das Nein zum Buchpreisbindungsgesetz. Weder die zahlreichen Schweizer Autorinnen und Autoren noch der engagierte Einsatz der grossen Anzahl Befürworter aus Politik, Kultur und Buchbranche vermochten die Schweizer Stimmbevölkerung zu überzeugen, dass auf das Kulturgut Buch auch in ökonomischer Hinsicht speziell Rücksicht genommen werden müsste. Ohne das bestens bewährte Mittel der Buchpreisbindung wird das Buch nun dem freien Markt überlassen, was die gesamte Buchbranche absehbar schwächen wird. Das wird auch Folgen für die Schweizer Autorinnen und Autoren haben, denen damit der Zugang zum Buchmarkt noch mehr erschwert wird. Es brauche für eine vielfältige und lebendige Buchkultur andere Fördermittel, insbesondere für die Autorinnen und Autoren, so ein immer wiederkehrendes Argument der Gegner. Der AdS wird sie nun beim Wort nehmen und diese einfordern. Denn auch ohne Preisbindung braucht die Schweiz eine konzise gesamtschweizerische Literaturförderung!

Autorinnen und Autoren der Schweiz AdS
Reto Finger, Präsident
Nicole Pfister Fetz, Geschäftsführerin
Tel. 044 350 04 60 oder 079 330 02 67, npfister@a-d-s.ch
www.a-d-s.ch

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die Schweizer Buchbranche hat uns jahrzehntelang genug mit willkürlich diktierte Buchpreise abgezockt - nur zu gut sind die Zeiten in Erinnerung, als Bücher in der Schweiz im Vergleich zu Deutschland stets um mind. 30% teurer, wenn nicht gar mehr angeboten wurden und man dem margengierigen Buchpreisfilz alternativlos ausgeliefert war, als es noch keine Ausweichmöglichkeit auf Amazon gab.

So brauchen die sich nicht zu wundern, dass sie für ihr ungenierte Profitgier, Nutzniesserpolitik und Protektionismus nach Gutsherrenart nun endgültig abgestraft und entmachtet worden sind.



Ich persönlich jedenfalls werde als Folge dieser unsäglichen Vorlage, welche dem Bürger eine unhanehmbare Bevormundungspolitik und erhebliche Einschränkung seiner Freiheiten bedeutet hätte - auch und vor allem im Internet - jedenfalls mit keiner Buchhandlung mehr geschäftlich verkehren - und dies auch alle meinen Freunden und Bekannten zu empfehlen gedenke - welche zusammen mit dem Buchverband uns ein solch repressives Preisdiktat aufnötigen wollte!


Mit dem Buchverbandsfilz und ihr Lakaien vom Buchhandel habe ich endgültig fertig!

Dr. Christine Lehmann hat gesagt…

Lieber anonymer Kommentator. Ich möchte Ihren Beitrag gern veröffentlichen. Aber wir Autorinnen und Autoren stehen mit unserem Namen für unsere Ansichten ein. Wir bitten Sie darum, dies auch zu tun. Bitte schicken Sie uns Ihren Beitrag noch einmal.